Dieser Abschnitt der Website beschäftigt sich mit der Geschichte des Textilherstellers "Medima Werke" – Angefangen von der Idee, mit der mein Großvater väterlicherseits 1932 startete, bis zu deren Ende um die Jahrtausendwende.
geschichte

Geschichte

Ende

EndeAbgesehen davon, daß sich die Fachwelt darüber streitet, wann der Prozess der Globalisierung seinen Anfang nahm, beginnt in den 70ern eine wirtschaftliche Entwicklung, die die bis dahin gut eingespielte "Deutschland AG" empfindlich trifft. Einer der ersten Leidtragenden ist die Textilindustrie. Die Zahl der Beschäftigten wird ab 1970 in den kommenden 7 Jahren von 379.000 auf 276.000 fallen. 2007 sind es noch ganze 88.000. Die Herstellung von Bekleidung war (und ist) immer noch sehr lohnintensiv. Im Fall der Medima Werke kommen aber noch ein paar hausgemachte Probleme hinzu.



Die 30 Jahre lang unverändert praktizierte Vermarktungsidee der Gesundheitswäsche hat sich überholt, so daß man schon mitte der 80er beginnt, die Marke mit modischer Top-Lingerien zu verjüngen. Dem Handel diese Zweigleisigkeit zu verkaufen stellt sich als schwierig heraus: So kann der über Jahrzehnte treue Sanitätshandel mit der modischen Ausrichtung nichts anfangen. Die Lingerien hingegen tun sich mit einer Marke schwer, die eher für das Lindern körperlicher Beschwerden, als für Erotik und Eleganz steht.
Ferner verlangt die Lingerie-Kollektion eine ganzjährige Präsenz am Markt. Das ist mit Angora-Produkten aber nicht zu schaffen. Medima ohne Angora wäre ein riskantes Experiment. Anfang der 90er steht man schlussendlich vor der Entscheidung, entweder eine komplett neue Marke aufzubauen, oder die Zweigleisigkeit zu riskieren. Man entscheidet sich für die zweite Option.

Mit der Einführung der Lingerie-Linie beginnt man, das Erscheinungsbild behutsam anzupassen. Lintas (Hamburg) überarbeitet das Logo und schafft eine passende Farbwelt. Man prägt den neuen Slogan "Das gute Gefühl" und versucht so Abstand zu dem historischen "Wie das Wetter auch wird für unser Klima, Medima, Medima" zu bekommen. Aus der Medima-Werke Karl Scheurer KG wird die Medima GmbH. Damit einher gehen Veraenderungen in der Unternehmensorganisation, Personalabbau und die Zentralisierung der Produktion im Stammhaus in Maulburg.

Anfang der 90er werden finanzelle Fehlentscheidungen im Management bekannt. Es kommt zu einem Gerichtsverfahren und zu personellen Umbesetzungen. Der entstandene Schaden liegt im zweistelligen Millionenbereich und bringt das Unternehmen in eine bedenkliche Schieflage.

Im Herbst 1994 wird die Medima GmbH von der Quandt-Gruppe übernommen. 1997 erwirtschaftet man einen Umsatz von DM 82 Millionen; mehr als die Hälfte davon im Ausland. 1997 unternimmt man einen Anlauf, den Sportfachhandel als neuen Vertriebskanal zu gewinnen.
1999 ist der Umsatz erneut rückläufig und beträgt nur noch DM 70 Millionen. Schrumpfende Auslandsmärkte und das ausbleibende Winterwetter 2000 zwingen das Unternehmen dazu, am 9. Januar 2001 insolvenz anzumelden. Vertrieb und Produktion werden von der Peters GmbH in Albstadt übernommen.




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