Dieser Abschnitt der Website beschäftigt sich mit der Geschichte des Textilherstellers "Medima Werke" – Angefangen von der Idee, mit der mein Großvater väterlicherseits 1932 startete, bis zu deren Ende um die Jahrtausendwende.
geschichte

Geschichte

Beginn

Karl ScheurerDer Drang zur Selbständigkeit ist wohl ein Charakteristikum meiner Familie väterlicherseits. So auch bei meinem Großvater Karl Scheurer, der mitten in der Weltwirtschaftskrise 1932 seine Stellung in einer Walzengravieranstalt kündigt, um sich mit einer Angorakaninchenzucht selbständig zu machen. Eigene Schritte zu gehen scheint ihm sicherer, als sich von den Ereignisen mittreiben zu lassen.
Eine Erfolgsgeschichte beginnt, die mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges abrupt gestoppt wird. Nicht zuletzt, weil die Luftwaffe Zugriff auf die Produktion nimmt.



im Oktober 1932 gründet mein Großvater Karl Scheurer die Oberbadische Angorafarm Hauingen (später: Oberbadische Angorawerke) in Hauingen bei Lörrach. Er beginnt mit 3 Tieren und schon nach zwei Jahren umfasste die Zucht 150 Kaninchen. 21 Jahre später wird er ein umfassendes Handbuch zur Angorakaninchenzucht unter dem Titel "Awoba ABC" vorlegen.
Die AWOBA verarbeitet selbstgeschorene Wolle zu Textilien, schult einen Vertreterapparat und verkauft so direkt an den Kunden. Zu jenem Zeitpunkt gibt es zwar ein riesiges Angebot an Wolle, aber keinerlei Erfahrung im Umgang mit der industriellen Verarbeitung. Diese erfolgt bis dahin noch von Hand. Albert Kahmann, ein Mitarbeiter aus der Gründungsphase beschreibt es so:

"... Es gab nirgends ein Vorbild. Alles musste von Grund auf entwickelt werden. Die Nachteile des Materials, die Schwierigkeiten in der Verarbeitung mussten erforscht und überwunden werden. Es hat manchen Schweißtropfen und manche schlaflose Nacht gekosten."
(AWOBA, Die Wohltat der Natur, S. 48, Verlag für Wirtschaftspublizistik, Wiesbaden, 1957)

Seit 1936 haben Produktion und Absatz ein solches Niveau erreicht, daß die Möglichkeiten der eigenen Zucht bei weitem überschritten werden. Ab 1937 betreibt man ein Verkaufsbüro in Frankfurt am Main, später wird ein Haus in Freibung im Breisgau erworben. Und noch vor Kriegsbeginn entsteht eine Niederlassung im benachbarten Kandern. Man ist in stetiger Expansion begriffen, als der Krieg alles stoppt:

Besonderes Merkmal der Angoraprodukte ist nämlich die Fähigkeit im Umgang mit Temperatur und Feuchtigkeit. Mit Beginn des Krieges wird die Angoraproduktion deshalb für die Luftwaffe interessant: Die Anforderungen an thermische Kleidung für die Operation in großer Höhe lässt zu jener Zeit nur Angoraprodukte zu. So beginnt man nicht nur, sich der Materials und der Produktion zu versichern. Nein, man versteigt sich zu der Idee, aus der Luftwaffe selbst eine Art Züchterverband zu machen. Ein recht unrealistisches Unterfangen, da die Angorazucht viel Erfahrung und Fachkenntnis voraussetzt.

Karl Scheurer wird als Berater solcher Zuchtstellen hinzugegzogen. Da Züchter grundsätzlich ihren Ertrag an die Zentralstelle in Berlin abführen müssen, bringt das für die AWOBA eine Ersatzbeschäftigung. Die eigentlichen Ziele des Unternehmens sind so aber nicht mehr zu erreichen.




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